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1882 - 1920 Die Entstehung der Elektrotechnik als Lehrfach

Die Elektrotechnik entstand als wissenschaftliche Disziplin in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts.
Grundlage dafür war die rasante Entwicklung elektrotechnischer Anwendungen (Beleuchtungswesen,
Elektromaschinenbau etc.) in der Praxis. Die erste elektrotechnische Vorlesung an der Technischen
Hochschule in Graz wurde im Sommersemester 1882 abgehalten. An der Technischen Hochschule in
Wien wurde als eine der ersten weltweit bereits 1883 eine eigene Lehrkanzel für Elektrotechnik
(entspricht in etwa einem heutigen Institut) eingerichtet.

In Graz beschritt man einen bescheideneren Weg: Als im Jahr 1888 die bestehende Lehrkanzel für
allgemeine und technische Physik neu zu besetzen war, verpflichtete man den neuen Ordinarius,
Prof. Albert von Ettingshausen (1850 - 1938) neben seinen Aufgaben als Physiker auch zur Abhaltung
von Vorlesungen und Übungen in elektrotechnischer Richtung. Der Vorlesungsbetrieb startete im
Studienjahr 1889/90 mit 6 Wochenstunden und vergrößerte sich durch die allmähliche Einführung von
Übungen und Spezialvorlesungen bis 1900 auf 20 Wochenstunden pro Jahr.

Die Lehrkanzel war im Parterre des damaligen Neubaus (der heutigen "Alten Technik") untergebracht.
Die elektrotechnischen Vorlesungen waren Teil der allgemeinen Grundausbildung, die die
Studierenden aller Abteilungen (den Vorläufern der Fakultäten) zu absolvieren hatten. Diese Situation
blieb bis zur Emeritierung Ettingshausens im Jahr 1920 bestehen.