Festrede anläßlich der Sponsion an der Fakultät für Elektrotechnik

Spektabilis,

Sehr geehrte Herren Professoren,

Sehr geehrte Damen und Herren der Festversammlung,

und ganz besonders Sehr geehrte Dame und Herren Diplomingenieure, die der Anlaß zu dieser heutigen Festversammlung sind.

Es ist für mich eine besondere Freude, mit Ihnen gemeinsam, als Vertreter der Wirtschaft, ein Stück des heutigen Tages gehen zu dürfen. Ich möchte mich an dieser Stelle bei Herrn Dekan Dr. Rentmeister und Herrn Professor Friedrich für diese Einladung und die einführenden Worte bedanken.

Ich habe diese Einladung mit großer Freude angenommen, da bei mir auch wieder Erinnerungen an die eigene Studienzeit wach geworden sind. Ich werde Ihnen jedoch keinen Abriß meiner eigenen Studienzeit vortragen - außer einem - ich habe damals zu jenen Studenten gehört, die im Zuge des Studiums in die neuen ET Räume auf die Inffeldgründe gezogen sind. Dieser Umstand hat uns ET Studenten damals mit einigem Stolz erfüllt ein "GRAZER" zu sein - vor allem wegen der neu gebotenen Studienqualitäten.

Mit großem Interesse habe ich deshalb das UNI - Ranking 1998 gelesen und mit Freude festgestellt, daß europaweit gesehen die TU Graz bei der Bewertung auf guten Plätzen mit dabei ist. Dasselbe gilt auch für den österreichischen Bereich, wo der Dritte Platz bei der Jungabsolventenbewertung aufgefallen ist. Natürlich gibt es auch Verbesserungsmöglichkeiten nachzulesen, aber das ist ja der Nutzen einer solchen Bewertung und damit die Chance einer weiteren Verbesserung. Es wäre verdächtig gewesen, wenn solche Verbesserungspotentiale nicht gefunden worden wären.

Was ist aber für Sie als Absolvent davon wichtig: Wie wurde Ihre TU bewertet - vielleicht haben Sie auch mitgetan -, was halten nun Andere (zB Unternehmen die Mitarbeiter suchen) davon, aber vor allem sind Sie zunächst selbst in Ihrer Berufsausbildung bewertet worden, bevor Sie die Chance eines persönlichen Gespräches bekommen haben. Es ist also nicht schlecht bei einem Ranking auf guten Plätzen gefunden zu werden.

Das führt mich zu einem zweiten für Sie unmittelbar sehr wichtigen Thema:

Wie sieht unser heutiges Berufsumfeld aus? Die Schlagworte sind uns ja allen geläufig und lauten beispielsweise - Globalisierung, Deregulierung der Strommärkte, Energieeffizienz, oder nachhaltige Energiepolitik, usw..

Deregulierung kann zB bedeuten, ein großer österreichischer Wirtschaftszweig, fährt ab 19. 2. 1999 - also in rund zwei Monaten - endgültig ab in die Marktwirtschaft, gemeint sind die Elektrizitätsversorgungsunternehmen.

Globalisierung bedeutet zB Arbeitsplätze nicht nur in nächster Umgebung, in Österreich, sondern in Europa - bzw - der ganzen Welt, oder auch zu Hause mit Telearbeit (Letztes Jahr sind rund 2,7 Milliarden - emails versandt worden, das fünffache der Papierpost). Aber auch völlig neue Unternehmensformen und -dimensionen. Als Techniker bedeutet es in jedem Fall: Flexibilität - im Arbeitsumfeld und bei Karrierevorstellungen.

Schlagworte wie Steigerung der Energieeffizienz oder Nachhaltigkeit in der Energiepolitik müssen uns Elektrotechnikern wiederum wie Musik in den Ohren klingen. Sind das doch klar formulierte Ziele der Energiepolitik in der Europäischen Union.

Die Bedeutung der Verfügbarkeit von Energie zum sozialen und persönlichen Wohl des Einzelnen und der Gemeinschaft ist unbestritten. Gerade passend ist mir gestern eine Umfrage der Wünsche von 6 - 17 jährigen aufgefallen. Auf den ersten 14 Plätzen waren nur elektronische Geräte zu finden - Fernseher, Video, PC, HIFI Anlage, Internet usw. Das ist für einen Elektrotechniker wie ein Doppeljackpot: Forschen, entwickeln neuer Geräte und Energie bereitstellen, also Arbeit.

Aber auch die Abhängigkeit der Europäischen Union in der Energieversorgung ist bekannt und liegt heute bei rund 50%; mit weiterhin steigender Abhängigkeit. Eine Verbesserung bzw Verminderung dieser Abhängigkeit ist Ziel der EU Gemeinschaftspolitik.

Ein Punkt ist dabei speziell für Österreich interessant - die Bevorzugung der Nutzung von Energieerzeugnissen europäischen Ursprungs und besonders die darin enthaltene Nutzung der umweltfreundlichen erneuerbaren bzw regenerativen Energiequellen. Das gilt neben den neuen Erzeugungsanlagen wie Wind-, Biomasse, Photovoltaik auch für die Wasserkraft. Ein Arbeitsfeld auf dem österreichische Unternehmen traditionell zu Hause sind. Und in den Institutionen der EU wird bereits nachgedacht warum ein Kraftwerk mit 9,5 MW als erneuerbare Energiequelle zählt und eines mit 10,5 MW nicht mehr.

Ein weiters Arbeitsfeld, das 4. Schlagwort, wird uns immer mehr begleiten, die Steigerung der Energieeffizienz. Dazu von mir eine Feststellung: Die elektrische Energie ist durch ihre Eigenschaften der dazu optimal geeignete Schlüssel.

Sie ist

  • der Schlüssel zur Energieeinsparung (Kyotoziele)
  • der Schlüssel zur Steuerung des Energieeinsatzes
  • der Schlüssel zur Weiterentwicklung des Umweltschutzes
  • der Schlüssel zur Weiterentwicklung und Sicherung des persönlichen Komforts und der persönlichen Sicherheit
  • und der Schlüssel um im Einklang mit der Umwelt eine gesellschaftsgerechte Energieversorgung zu garantieren.

Diese Ziele bedeuten aber auch für uns Techniker Aufbruch zu neuem Denken und neuen Taten.

Wenn ich dazu eine Botschaft geben kann ist es diese - es ist eine Menge Arbeit da, es gibt und gab kein falsches Studium und keine falsche Arbeit (gesetzeskonform vorausgesetzt) - außer für einen selbst - wenn man die persönliche Begeisterung zur zukünftigen Betätigung nicht hat.

Sie beenden heute Ihr Studium und einen wichtigen Lebens- und Ausbildungsabschnitt mit der Verleihung des akademischen Grades Aber Sie beenden heute nicht Ihre Ausbildung, sondern Sie stehen am Beginn einer persönlichen, berufsspezifischen Weiterbildung, egal ob Sie dissertieren oder ins Berufsleben einsteigen wollen.

Dazu wird einiges von Ihnen gefordert: Vernetztes Denken und Handeln, auf neuestem Stand bleiben, veränderungsbereit sein, kooperativ sein, soziale Kompetenz aufweisen, das wiederum bedeutet

  • Fachkenntnisse werden vorausgesetzt
  • Weiterbildungsbereitschaft ist ein Muß
  • Teamarbeitsfähigkeit ein wichtiges Plus, ohne geht es nicht mehr
  • für uns Techniker, wirtschaftliche und soziale Kenntnisse eine steigende und unverzichtbare Notwendigkeit
  • das alles im Feld heute wichtiger persönlicher Freiräume und dem Wunsch zur Eigenverantwortung

 

  • Das bedeutet aber auch Mut, Gestaltungswillen und ständig neue Ideen als Herausforderung.
  • Vergessen Sie aber nicht auf Ihr Gewissen, Ihr Gefühl und Ihren Instinkt zu hören

Ich bin überzeugt, dann werden Sie eine interessante Berufszeit erleben und dabei Lachen, Spaß und Freude spüren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und das vorhin genannte auf Ihrem weiteren Lebensweg.

Am besten Sie beginnen damit jetzt nach der Feier.